Liebe Erziehende,
als Eltern oder pädagogische Fachkräfte müssen Sie oft Kinder trösten. Sie machen das gerne, weil Sie Kinder gerne haben. Sie trösten, wenn Kinder Kummer haben oder in Not sind.
Doch wer tröstet die Tröstenden? Auch Sie brauchen manchmal Trost. Das Wort „Trost“ enthält von seiner Herkunft her die Bedeutung „Halt“ und „Schutz“. Wer viel für andere Menschen da ist, braucht es auch, gehalten zu werden. Viele Erziehende achten eher darauf, dass die Kinder getröstet werden, als auf das, was sie selbst brauchen. Das zu ändern, stärkt.
Dabei möchte ich Ihnen zwei Hinweise geben:
Der erste besteht darin, dass Sie darüber nachdenken, wer Sie in den letzten Jahren getröstet hat und von wem Sie sich (mehr) Trost wünschen. Und überlegen Sie dabei auch, welche Art von Trost Sie brauchen: eine Umarmung, ein gutes Gespräch, ein tolles Essen, ein Geschenk …
Der zweite Hinweis: Fragen Sie sich, wie Sie als Kind getröstet worden sind. Wenn das nicht oder zu wenig geschah, spüren Sie nach, wie Sie gerne getröstet worden wären. Nehmen Ihre Antworten als Anregung, danach Ausschau zu halten, was Sie jetzt wünschen.
Trost zu erfahren, stärkt auch Sie.
Ihr
Udo Baer